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Neue Erkenntnisse zur Behandlung von platinresistentem Eierstockkrebs – Ergebnisse der ROSELLA-Studie

Neue Erkenntnisse zur Behandlung von platinresistentem
Eierstockkrebs
– Ergebnisse der ROSELLA-Studie

Ende Januar veröffentlichte der Pharmakonzern Corcept Therapeutics eine Pressemitteilung zu den positiven Studienergebnissen der ROSELLA Studie!

Diese Studie hat untersucht, ob die Kombination aus dem Medikament Relacorilant und der Chemotherapie nab-Paclitaxel das Überleben von Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs verbessern kann.

Worum ging es in der Studie?

Platinresistenter Eierstockkrebs bedeutet, dass der Tumor trotz platinbasierter Chemotherapie weiter gewachsen ist und auf Standardtherapien nur eingeschränkt anspricht. Solche Patientinnen haben oft schlechte Prognosen und nur begrenzte Therapieoptionen.

In der ROSELLA-Studie wurden global 381 Patientinnen zufällig in zwei Gruppen geteilt:

  • Eine Gruppe erhielt nab-Paclitaxel allein (Standard-Chemotherapie),
  • die andere nab-Paclitaxel plus Relacorilant.

Was hat die Studie gezeigt?

📌 1. Weniger Risiko zu sterben
Patientinnen, die Relacorilant zusätzlich zur Chemotherapie erhielten, hatten ein um 35 % geringeres Risiko zu sterben als jene, die nur Chemotherapie bekamen. Das heißt, die neue Kombination verlängerte das Gesamtüberleben deutlich.

📌 2. Längere Überlebenszeit
Im Durchschnitt lebten Patientinnen mit Relacorilant 16,0 Monate, im Vergleich zu 11,9 Monaten mit nur Chemotherapie — also etwa 4 Monate länger.

📌 3. Besseres progressionsfreies Überleben
Schon früher war gezeigt worden, dass die Kombination auch die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung verbessert — also den Zeitraum, in dem Tumore nicht weiterwachsen.

📌 4. Gut verträglich
Wichtig: Die Kombination war gut verträglich, und schwere Nebenwirkungen traten nicht häufiger auf als bei der alleinigen Chemotherapie. Das bedeutet, dass Relacorilant seine Vorteile bringt, ohne die Sicherheit für Patientinnen merklich zu verschlechtern.

📌 5. Keine Biomarker-Einschränkung
Anders als bei manchen anderen Therapien war es bei dieser Studie nicht notwendig, Patientinnen nach einem bestimmten Tumor-Biomarker auszuwählen — die Vorteile der Therapie zeigten sich unabhängig von bestimmten Tumoreigenschaften.

Was bedeutet das für Patientinnen in Deutschland?

Neue vielversprechende Therapieoption in Sicht
Die Ergebnisse sind besonders wichtig, weil sie erstmals zeigen, dass eine zusätzliche Substanz nicht nur das Fortschreiten verzögert, sondern auch das Gesamtüberleben verlängert — und das ohne zusätzliche Sicherheitsprobleme.

Zulassungsanträge laufen derzeit
– In den USA prüft die Food and Drug Administration (FDA) derzeit den Antrag von Corcept auf Zulassung von Relacorilant für platinresistenten Eierstockkrebs; ein Ergebnis wird bis 11. Juli 2026 erwartet.
– Auch in Europa — einschließlich Deutschland — wird der Zulassungsantrag derzeit von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bewertet.

➡️ Bis zur Zulassung bleibt es kein Standard in Deutschland
Solange Relacorilant nicht offiziell zugelassen ist, ist diese Kombination noch nicht Teil der regulären Behandlungsleitlinien in Deutschland. Aber die aktuellen Daten sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Quelle: Pressemitteilung von Corcept (der Artikel ist auf Englisch)

Neuigkeiten für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs

Neuigkeiten für Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs

Der Pharmakonzern Eli Lilly hat kürzlich von der US-Arzneimittelbehörde FDA eine besondere Entwicklungsbeschleunigung (sogenannte Breakthrough Therapy Designation) für ein neues Medikament namens Sofetabart mipitecan erhalten. Diese Auszeichnung wird nur vergeben, wenn ein Wirkstoff erste Hinweise darauf zeigt, dass er in einer schweren Erkrankung deutlich bessere Ergebnisse liefern könnte als bisher verfügbare Therapien.

Was ist Sofetabart mipitecan?

Sofetabart mipitecan ist ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das gezielt an den Folsäurerezeptor alpha (FRα) auf Tumorzellen bindet und dort eine Chemotherapie-Substanz freisetzt. Dieser Rezeptor ist bei vielen Eierstocktumoren stark vorhanden, was das Medikament gezielt wirken lassen soll.Bisherige Ergebnisse aus frühen Studien, die unter anderem auf großen Krebskongressen wie der ASCO 2025 und dem ESMO 2025 vorgestellt wurden, zeigten ein Tumoransprechen bei Patientinnen, die zuvor bereits Standardtherapien wie Bevacizumab oder Mirvetuximab soravtansine erhalten hatten. Die bisherigen Daten deuten zudem darauf hin, dass Nebenwirkungen überschaubar sind und schwere Lungenprobleme, Nervenschäden oder starke Augenschäden selten auftraten.

Was bedeutet die FDA-Auszeichnung?

Die Breakthrough Therapy Designation soll den Entwicklungsprozess beschleunigen und frühere Gespräche mit Behörden ermöglichen. Sie ist zwar kein sicherer Hinweis auf eine Zulassung, aber bedeutet, dass die bisherigen Ergebnisse so vielversprechend sind, dass eine schnellere Entwicklung und Prüfung sinnvoll erscheint.

Phase-3-Studie FRAmework-01 startet bald auch in Deutschland!

Auf Basis dieser positiven Zwischenergebnisse hat Lilly die Phase-3-Studie namens FRAmework-01 gestartet. In dieser wird Sofetabart mipitecan bei Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs (PROC) als Einzeltherapie untersucht und zusätzlich bei Patientinnen mit Platin-sensitivem Eierstockkrebs (PSOC) in Kombination mit Bevacizumab.Der Start der Studiendurchführung in Deutschland ist für das Frühjahr 2026 geplant und bietet Patientinnen die Möglichkeit, sich an einer laufenden Phase-3-Studie zu beteiligen, sofern sie die Einschlusskriterien erfüllen (z. B. Diagnose eines platinsensitiven oder -resistenten Tumors).

Sofetabart mipitecan ist ein vielversprechender Wirkstoff, der bei schwer behandelbarem, platinresistentem Eierstockkrebs wirken könnte, gerade bei Tumoren, die auf andere Behandlungen nicht mehr ansprechen und ist somit eine potenziell neue Therapieoption.
Mit der neuen Phase-3-Studie FRAmework-01 besteht die Chance auf eine Teilnahme an einer internationalen Studie in Deutschland, bevor eine spätere Zulassung erfolgt. Sobald die Studie startet finden Sie weitere Informationen auf unserem Studienportal!

Quelle: Pressemitteilung von Lilly (der Artikel ist auf Englisch)

Elahere (MIRV) hält Lebensqualität stabil – neue Analyse der MIRASOL-Studie

Elahere (MIRV) hält Lebensqualität stabil
– neue Analyse der MIRASOL-Studie

Im April 2025 wurden neue Ergebnisse der MIRASOL Studie veröffentlicht.

Die Studienergebnisse zeigten, dass das Medikament Mirvetuximab soravtansine-gynx (Handelsname Elahere) die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung sowie das Gesamtüberleben bei Patientinnen mit platinresistentem Eierstockkrebs, der einen hohen Spiegel des Folsäurerezeptors α (FRα) aufwies, verlängerte.

Lebensqualität im Fokus

Neueste Daten aus der Studie beurteilen die Lebensqualität aus Patientinnen‑Sicht (Patient‑Reported Outcomes).

Hier zeigte sich, dass Elahere im Vergleich zur klassischen Chemotherapie die Lebensqualität weder verschlechtern noch klar verbessern kann Speziell bei Bauch‑ und Verdauungsbeschwerden gab es leichte Hinweise auf Vorteile: 21 % der Patientinnen unter Elahere berichteten von spürbaren Verbesserungen – im Vergleich zu 15 % unter Chemotherapie, wobei der Unterschied statistisch nicht ganz sicher warDennoch gab es in einer Nachanalyse, mit anderen Messwerten, Hinweise auf tatsächliche Verbesserungen bei bis zu 29 % vs. 18 % .

Was heißt das konkret?

  • Keine Verschlechterung der Lebensqualität: Frauen unter Therapie mit Elahere berichteten über ähnliche Lebensumstände wie bei der Standardtherapie.

  • Symptome bleiben stabil: Wichtige Alltagssymptome wie Schmerzen oder Appetit fanden keine Verschlechterung.

  • Kombination aus Wirksamkeit und Stabilität: Da Elahere zusätzlich nachweislich das Überleben verlängert, bietet es nun eine vielversprechende Therapieoption – ohne zusätzliche Last durch schlechte Lebensqualität .

Warum ist das relevant?

  • Behandlung wirksam & gut verträglichElahere verschiebt nicht nur die Krankheit, sondern beeinflusst den Alltag der Patientinnen nicht negativ.

  • Neue Option für eine schwer behandelbare Situation: Bei platinresistentem Eierstockkrebs gibt es nur wenige wirksame Behandlungswege – Elahere ergänzt dieses Feld um eine solide Möglichkeit.

Quelle: The Lancet Oncology (der Artikel ist auf Englisch)